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Kurzprogramm zur Kreistagswahl 2026

Kreistagswahl 2026 – Lokal Handeln in Zeiten globaler Krisen

Die globalen Krisen häufen sich. Corona, der Ukraine-Krieg, der drohende Zusammenbruch des Völkerrechts  – viele Menschen fühlen sich hilflos und überfordert. Sie fühlen sich durch die Wirtschaftskrise in ihrer Existenz bedroht und konzentrieren sich mehr auf ihre eigenen unmittelbaren Bedürfnissen, als sich um die Lösung der globalen Krisen zu kümmern. Dabei erlauben die für die Menschheit existenzgefährdenden Krisen – das Artensterben und die Klimaerhitzung – keine Verschnaufpause. Wir müssen jetzt handeln! So wie es die ÖDP z.B. beim Artenvielfalt-Volksbegehren „Rettet die Bienen“ erfolgreich getan hat.

Die Ökologisch-Demokratische Partei steht für echte Demokratie, transparente und zukunftsorientierte Politik und stellt Mensch und Natur in den Mittelpunkt. Wir wollen unsere Unabhängigkeit wahren und nehmen daher kein Geld von Firmen oder Lobbyverbänden - und wir haben die Höhe der Spenden von Einzelpersonen auf 50.000 Euro pro Jahr begrenzt – als einzige Partei in ganz Deutschland.

Artenvielfalt – für effektiven Naturschutz vor unserer Haustür

Auch 6 Jahre nach unserem erfolgreichen Volksbegehren „Rettet die Bienen“ sind noch lange nicht alle Inhalte des Volksbegehrens Realität geworden. Daher müssen wir auch bei uns hier im Landkreis weiterhin an der Umsetzung der gesetzlich festgelegten Maßnahmen arbeiten. Hierzu zählt der Schutz von Grünbrachen und die Steigerung der Bio-Landwirtschaft – hier sind auch die Verbraucher gefordert, die durch den Kauf von regionalen Bioprodukten unsere lokalen Landwirte unterstützen können.

Wichtig ist zu verstehen, dass beim Artenschutz (im Gegensatz zum Klimaschutz) lokale Maßnahmen schnell sichtbare Erfolge zeigen können. Darüber freuen sich nicht nur Pflanzen und Tiere, das führt auch zu einer Verbesserung unserer Lebensqualität im Landkreis Dachau. 

Agrarwende – für eine regionale und faire Landwirtschaft

Eine regionale Versorgung spielt in Zeiten globaler Krisen und unberechenbar gewordener Handelsbeziehungen eine zentrale Rolle. Deshalb setzen wir uns für eine sichere Zukunft der bayerischen Landwirtschaft ein. Alle müssen sich darüber im Klaren sein, dass der Erhalt der Artenvielfalt und aktiver Klimaschutz nur mit einer regionalen aber naturnahen Landwirtschaft, artgerechter Tierhaltung, sowie effektivem Grund- und Gewässerschutz zu realisieren sind. Und: Verbraucher und Landwirte müssen wieder an einem Strang ziehen. Denn unter hohen Auflagen aufwendig produzierte regionale Waren müssen den Landwirten auch zu angemessenen Preisen abgekauft werden. Dabei soll durch Veredelung der Produkte vor Ort eine möglichst hohe Wertschöpfung im Landkreis bleiben.

Energiewende – krisensichere und bezahlbare Energieversorgung sichern

Die ÖDP fordert schon seit langem den Umstieg auf erneuerbare Energien. Nur so bleibt langfristig die Energieversorgung bezahlbar. Und wir zahlen nicht mehr jedes Jahr Milliardenbeträge ins Ausland für Öl und Gas, stattdessen bleibt das Geld bei regionalen Stromerzeugern.

Für eine dezentrale und unabhängige Energieversorgung unterstützen wir die Gründung von Energiegenossenschaften in Bürgerhand und den Ausbau von Solar- und Windstromanlagen im Landkreis. Biogasanlagen, die über Nahwärmenetze die Wärmeversorgung von Quartieren mit einer bedarfsgerechten Stromerzeugung in Spitzenlastzeiten kombinieren, müssen weiterhin gefördert werden. Wo es keine Wärmenetze gibt, ist die Wärmepumpe die Heiztechnik der Zukunft.

Sichere und gute Mobilität für alle  – Bus, Bahn und Radverkehr ausbauen

In den letzten Jahren hat sich im Landkreis beim Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) viel getan. Es darf aber nicht passieren, dass aufgrund knapper finanzieller Mittel die Errungenschaften der letzten Jahre gefährdet werden. Wir brauchen weiterhin einen Ausbau des ÖPNV. Und zwar auch außerhalb der Stoßzeiten, am Wochenende und in erheblich häufigerem Takt. Wo nötig und möglich fordern wir Projekte zur Beschleunigung des Busverkehrs.

Fahrradfahren im Alltag muss sicher, schnell und bequem sein, sowohl innerorts, als auch zwischen den Gemeinden. Wir fordern den Bau des Radschnellwegs von Dachau über Karlsfeld nach München, sowie den Lückenschluss im Radwegenetz für den Alltags-Radverkehr. Wo Lückenschlüsse am Grunderwerb scheitern, sollen die Kommunen Tauschflächen anbieten.

Auch aufgrund der knappen finanziellen Mittel wollen wir eine klare Priorisierung des ÖPNV und des Radverkehrs gegenüber dem Autoverkehr.

Wachstum begrenzen – Wohnen und Infrastruktur muss finanzierbar bleiben

Dachau gehört bayern- und deutschlandweit zu den Landkreisen mit dem stärksten Bevölkerungswachstum! Das hat gravierende Folgen für die Umwelt und die finanzielle Lage des Landkreises. Landkreis und Gemeinden sind kaum noch in der Lage, die nötige Infrastruktur zu bauen oder zu erhalten. Der Bau zweier neuer Gymnasien hat den Landkreis an seine finanziellen Grenzen gebracht, die Sanierung anderer Schulen wie die Greta-Fischer-Schule in Dachau sind überfällig. Ständiges Wachstum führt auf lange Sicht nicht zu mehr Lebensqualität, sondern zu fortschreitender Umweltzerstörung, mehr Leistungsdruck und Stress. Für den Erhalt unserer Lebensqualität müssen daher mehr Maßnahmen ergriffen werden, die das Wachstum bremsen oder die zumindest die Folgen des Wachstums abmildern.

Ein großes Problem sind die explodierenden Wohnkosten. Viele Mitbürgerinnen und Mitbürger können sich die Marktmieten nicht mehr leisten. Wir wollen aber nicht, dass z.B. Familien, Rentner oder Alleinerziehende aus finanziellen Gründen ihre soziales Umfeld verlassen müssen und in die Randbereiche des Landkreises abgedrängt werden.

Wir fordern bei allen großen Wohnbauprojekten die Anwendung von Regeln zur sozialgerechten Bodennutzung (SoBoN), den Bau von gefördertem Wohnraum mit möglichst langen Bindungsfristen, die Förderung von genossenschaftlichen Wohnprojekten sowie insbesondere den Bau von Sozialwohnungen durch die Gemeinden. Und wir fordern Arbeitgeber auf, Dienst- oder Betriebswohnungen zu schaffen. Das schafft bezahlbaren Wohnraum und vermeidet zusätzlichen Verkehr.

Für die wachsende Zahl von alten Menschen brauchen wir mehr barrierefreie Wohnungen und Wohnkonzepte, die ein möglichst langes selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Das können z.B. Mehrgenerationenhäuser sein als Begegnungsorte, an denen Nachbarschaft und das aktive Miteinander der Generationen durch gemeinsame Aktivitäten gefördert werden.

Krankenhaus – Pfegenotstand beenden, Hebammenversorgung sichern

Der Verkauf des Kreiskrankenhauses an Helios hat zwar den Landkreis finanziell entlastet, die Folgen für die Gesundheitsversorgung sind aber gravierend. Mittlerweile gibt es wieder Menschen die das Dachauer Krankenhaus meiden. Wir wollen, dass der Landkreis all seine Einflussmöglichkeiten nutzt, die Pflege im Dachauer Krankenhaus zu verbessern. Die Pflegekräfte dürfen nicht für Hilfstätigkeiten mißbraucht werden – ihre Zeit und Arbeitskraft wird dringend für die eigentliche Pflege benötigt. Warnungen und offene Briefe der Belegschaft gab es dazu mehr als genug – jetzt muss gehandelt werden (siehe Petition)!

Aktuell ist bayernweit die Hebammenversorgung gefährdet. Wir fordern eine gesicherte Zukunft der Geburtenstation in Dachau und der zugehörigen Versorgung durch Hebammen, Kinder- und Frauenärzte. 

Was uns sonst noch wichtig ist

  • Wir fordern grüne Schulhöfe, insbesondere an den landkreiseigenen Schulen
  • Die regionalen Grünzüge müssen unbedingt geschützt und erhalten bleiben, Dachau und Karlsfeld dürfen nicht weiter zusammenwachsen
  • Weiterhin keine 3. Startbahn am Flughafen München!
  • Das Bauamt im Landratsamt Dachau muss personell verstärkt werden, damit es seine Aufgaben umfänglich ausführen kann. Die Erreichbarkeit und die Antwortzeiten für alle Beteiligten in Bauplanung und -genehmigung müssen verbessert werden.
  • Wir fordern die Beteiligung des Landkreises am Wiederbelebungsregister, um die Qualität des Rettungsdienstes objektiv messen zu können. 
  • Wir fordern den Erlass einer landkreisweiten Katzenschutzverordnung, um das Leid von Streunerkatzen zu reduzieren und das Tierheim in Dachau zu entlasten. 

Dachau, im Januar 2026

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