Pressemitteilung
Tschernobyl-Mahnwache in Dachau
Ca 40 Personen sind dem Aufruf der Dachauer ÖDP und der Dachauer Kreisgruppe des BUND Naturschutz gefolgt, bei einer Mahnwache an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zu erinnern. Zum traurigen Jubiläumsjahr fand die Mahnwache damit deutlich mehr Resonanz als in den Vorjahren.
Foto: Adrian Heim, ÖDP Dachau
Ca 40 Personen sind dem Aufruf der Dachauer ÖDP und der Dachauer Kreisgruppe des BUND Naturschutz gefolgt, bei einer Mahnwache an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zu erinnern. Zum traurigen Jubiläumsjahr fand die Mahnwache damit deutlich mehr Resonanz als in den Vorjahren.
Viele Teilnehmer/-innen erzählten von ihren persönlichen Erinnerungen von vor 40 Jahren. Noch heute ist die Wut und Verzweiflung zu spüren, dass die Bevölkerung auch in Deutschland nur scheibchenweise die volle Wahrheit erfahren hat.
Der stellvertretende ÖDP Kreisvorsitzende Adrian Heim erinnerte daran, dass die Bewältigung der Katastrophe und die Räumung der Reaktorruine uns noch lange beschäftigen werden und durch den Krieg in der Ukraine weitere Risiken enstehen. "Der nach der Katastrophe schnell gebaute Sarkophag ist einsturzgefährdet, und die neue Sicherheitshülle wurde durch einen russischen Drohnenangriff substantiell beschädigt. Außerdem liegt das größte Atomkraftwerk Europas in Saporischschja direkt an der Front, rund um das Kraftwerk finden permanent Kämpfe statt. Damit besteht höchstes Risiko für eine erneute Reaktorkatastrophe."
Mit Blick auf die aktuellen Diskussionen in Deutschland forderten die Teilnehmer/-innen die Vollendung des Atomausstiegs in Deutschland. "Der Atomausstieg ist erst vollendet, wenn alle Abfälle in sicheren Endlagern eingelagert wurden und wenn alle Atomfabriken stillgelegt sind", so Adrian Heim. Der Idee, neue "Mini-Atomkraftwerke" zu bauen, erteilten die Teilnehmer/-innen eine klare Absage.
Darüber hinaus unterschrieben viele Teilnehmer/-Innen eine aktuelle Petition zur Abschaltung der uralten Atommeiler in der Schweiz. "Für weite Teile Deutschland gibt es ein hohes Risiko, bei einem Unfall in den Uralt-Meilern in der Schweiz radioaktiv verseucht zu werden. Es geht um 4 Meiler, die alle in der Nähe zur deutschen Grenze stehen und schon zwischen 40 und 56 Jahren im Betrieb sind. Mit zunehmendem Alter verspröden Rohre und Reaktordruckbehälter, Unfälle werden wahrscheinlicher. In jedem dieser AKW kann es jeden Tag zu einem schweren Unfall kommen. Sie müssen daher schnellstmöglich abgeschaltet werden", so Adrian Heim.
Zum Abschluss der Mahnwache gedachten die Teilnehmer/-innen der Opfer der Reaktorkatastrophe.
