Neukonzeption des Busverkehrs im ÖPNV

Sehr geehrter Herr Landrat,

in Zusammenhang mit der Einführung einer Ruftaxi-Linie zwischen Markt Indersdorf und Altomünster und der gleichzeitigen Inbetriebnahme der S2 Altomünster und der damit einhergehenden Taktverdichtung hatte die Wählergruppe Um(welt)denken in Markt Indersdorf die Idee, diese beiden Ereignisse in Markt Indersdorf mit einem eigenen Fahrplan-Auszug für die Indersdorfer Bürger/innen zu bewerben.
    
Bei der Erstellung dieses Fahrplans mussten wir feststellen, dass das bestehende Angebot der diversen Zubringerlinien zum S-Bahnhof in Markt Indersdorf unserer Meinung nach ein erhebliches Verbesserungspotential aufweist. Wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass das derzeit vorliegende Angebot an Busanbindungen auch durch die Ergänzung mit dem Ruftaxi kaum neue Kunden vom Umstieg auf den ÖPNV überzeugen kann. Die angebotenen Zeiten der verschiedenen Buslinien scheinen auf den Fahrplan der S2 Altomünster kaum oder gar nicht ausgerichtet zu sein. Beispielsweise gibt es bei mehr als der Hälfte der Busverbindungen aus den verschiedenen Ortsteilen im Gemeindegebiet von Markt Indersdorf zur S2 in Markt Indersdorf eine Wartezeit von mehr als 15 Minuten.

Wir gehen davon aus, dass dies keine Besonderheit im Bereich von Markt Indersdorf ist, sondern typisch für das komplette Busangebot im Landkreis Dachau, zumindest aber in einem Großteil der Landgemeinden.

Aus diesem Grund stellen wir folgenden Antrag:

Das komplette Bussystem im ÖPNV des Landkreises Dachau wird überarbeitet.

Folgende Ziele sollten dabei verfolgt werden

  • Von möglichst jedem Ort (ab etwa 100 Einwohner) sollte es eine Busanbindung zur S-Bahn bzw. zu einer überregionalen Buslinie geben.
  • Diese Busse sollten in den Berufsverkehrszeiten mindestens stündlich verkehren. In den verkehrsschwachen Zeiten kann die Ergänzung durch ein RufTaxi erfolgen.
  • Es ist darauf zu achten, dass hierbei möglichst über den ganzen Tag ein gewisser Takt eingehalten wird.
  • Die Wartezeit beim Umsteigen zur S-Bahn bzw. zu einer überregionalen Buslinie sollte 10 Minuten nicht übersteigen.
  • Dies gilt analog auch für die Rückfahrten von der S-Bahn.

Der neue Fahrplan sollte möglichst im Dez. 2015 eingeführt und mit einer großen Werbekampagne begleitet werden. Im Kreishaushalt 2015 sind die erforderlichen Ausgaben für diese Untersuchung einzuplanen.

Begründung:
Ziel eines verbesserten Busangebots muss es sein, neue Kunden für den ÖPNV anzuwerben. Wenn jemand allerdings bereits zur Fahrt zur S-Bahnstation ein Auto benötigt, dann ist es in vielen Fällen komfortabler, damit auch gleich bis zur Arbeitsstätte zu fahren. Wenn man sich durch ein gutes flächendeckendes Zubringersystem allerdings das Auto und damit häufig den Zweitwagen sparen kann, wird das ÖPNV-Angebot für neue Nutzerschichten interessant.

Die hierfür nötigen Kosten können unserer Meinung nach mit den Kosten für den Bau von neuen Straßen konkurrieren. Allerdings ist dafür ein wirklich stark verbessertes Angebot und eine anhaltende Bewerbung nötig. Aus diesem Grund erscheint es sinnvoll, ein ganzes Bündel von Verbesserungen mit einem Schlag einzuführen. Hierfür ist eine umfangreiche Untersuchung vermutlich unabdingbar

Mit freundlichem Gruß

Georg Weigl
für die Kreistagsfraktion der ÖDP

Georg Weigl

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